Home
Baile
Irland
Éire
Reisen
Taisteal
Musik
Ceol
Gälisch
Gaeilge

Vorwort
Einleitung
Literatur

Lektionen

Einleitung

Historie

Das irische Gälisch (Irish) gehört, ebenso wie das schottische Gälisch, das Walisische und Bretonisch, zu den keltischen Sprachen. Irish wurde über Jahrhunderte auf der ganzen Insel gesprochen. Vor 800 Jahren (12. Jahrhundert) fing England an, sich ernsthaft für Irland zu interessieren. Im Grunde wird seit dieser Zeit die irische Kultur und damit auch die irische Sprache von England bekämpft. Ende des 16. Jahrunderts, nach der Vertreibung des irischen Adels, wurde Irisch zur reinen Volkssprache, meist der ärmeren Bevölkerung. Englisch war die Sprache der Verwaltung, der Wirtschaft und der Politik. Trotzdem hat sich das Irische bis zur großen Kartoffelfäule (1845-1849) als Umgangssprache auf der ganzen Insel gehalten. Über eine Million Iren (von ca. 8 Millionen) starben zu dieser Zeit. Andere wanderten aus, vornehmlich nach England oder in die USA, wo natürlich Englisch gesprochen wurde. Um im eigenen Land, und auch in den Emigrationszielen, besser zurechtzukommen, lernten mehr und mehr Iren Englisch. Irisch wurde immer weniger gesprochen und überlebt heute eigentlich nur noch in einzelnen Gegenden, Gaeltacht genannt, hauptsächlich an der Westküste. Diese Gebiete sind räumlich voneinander getrennt, so daß man von drei großen unterschiedlichen Dialekten sprechen kann, benannt nach den Provinzen, in denen sie gesprochen werden:

Es ist schwer einzuschätzen, ob und wie die irische Sprache überleben wird.

Das Alphabet

Das irische Alphabet besteht, anders als das lateinische, aus den 18 Buchstaben abcdefghi lmnop rstu:

Das große irische Alphabet
Das kleine irische Alphabet

Die "fehlenden" Buchstaben können aber durchaus in aus anderen Sprachen in entliehenen Worten vorkommen wie in: jab (job) oder volta (Volt).

Die Dehnung von Selbstlauten (auch bei Großbuchstaben) geschieht durch Akzentsetzung (Accent aigu, also von links unten nach rechts oben).

Dehnung durch Akzente

In einem Wort wird in der alten Schreibweise ein h dadurch ersetzt, daß auf den vorhergehenden Konsonanten ein Punkt gesetzt wird.

Schreibweise groß
schreibweise klein

Ich werde in den Lektionen immer die neue Schreibweise verwenden, also die mit h.

Die Aussprache

Wer schon einmal mit geschriebenen irischen Worten in Berührung gekommen ist, wird festgestellt haben: Von Lesbarkeit im Sinne der Aussprechbarkeit keine Spur. Das hat einen einfachen Grund: Im Irischen werden helle bzw. schlanke von dunklen bzw. breiten Mitlauten unterschieden. Bei Selbstlauten kennen wir diese Unterscheidung: e und i sind hell, während a, o und u dunkel sind. Diesen Unterschied kennen wir auch bei den Mitlauten, beispielsweise sehr deutlich in den Worten:

Weniger deutlich und nur zu hören, wenn man sehr langsam spricht, ist dieser Unterschied bei Worten wie:

Das spielt im Deutschen keine Rolle, und ist uns deshalb auch kaum bewußt. Im Irischen jedoch haben Worte auf diese Weise unterschiedliche Bedeutungen. Betroffen sind alle Mitlaute mit Ausnahme des h. Oft ist die Mehrzahl eines Wortes nur der Wechsel von einem dunklen zu einem hellen Mitlaut am Wortende. Das r wird übrigens nicht wie im Englischen, sondern eher wie im Spanischen mit der Zungenspitze gerollt. Überhaupt: Irisch hat mit Englisch rein gar nichts zu tun. Die Aussprache einzelner Worte wird detailliert erst in den Übungen behandelt.

Die Schreibweise

Lateinische (und irische) Mitlaute haben keine eigene helle oder dunkle Eigenschaft. Die irischen Mönche aber standen vor dem Problem, genau diese Eigenschaft in die Schriftsprache zu integrieren. Dies geschieht nun durch die sogenannte Vokalübereinstimmung (oder Vokalharmonie). Das heißt, ein heller (dunkler) Mitlaut ist immer von hellen (dunklen) Selbstlauten umgeben, außer natürlich am Wortanfang bzw. Wortende. Diese Selbstlaute werden oft nicht einmal mitgesprochen oder aber nur angedeutet, so daß der Mitlaut zweifelsfrei als hell oder dunkel identifiziert werden kann. Es folgen zwei Beispiele, in denen das Vorhandensein von Selbstlauten rein aus Gründen der Vokalübereinstimmung deutlich wird.

 i nt e o i r (Lehrer) Alle hellen Selbstlaute dienen der Färbung der angrenzenden Mitlaute.
c o inn e al (Kerze) Das o färbt das c dunkel, das e färbt das n hell (mit dem i).

Die einzigen Ausnahmen von der Vokalübereinstimmung beziehen sich auf zusammengesetze Worte wie beispielsweise anseo (hier) oder ansin (dort). Die Schreibweise irischer Wörter in den Dialekten ist nicht einheitlich, und bis jetzt konnte man sich nicht auf einen Standard einigen.

Seitenanfang / Literatur