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Vorwort
Einleitung

Sept. 1998
05.-11.
11.-17.
18.-19.

Mein Sohn Malte 1. Teil Das bin ich

Hamburg, Samstag, der 5. September 1998, 11:15 Uhr: Es ist soweit. Mein Sohn Malte und ich besteigen den Flieger von Hamburg nach Düsseldorf, um von dort weiter nach Dublin zu fliegen. Äh... bißchen spät gebucht (eine Woche vorher), deshalb der Umweg. Wartezeit doof, Flug nach Dublin kurz aber klasse. Wir hüpfen mal eben nach Irland. In Dublin ist es dunkel (nach 19:00 Uhr). Wir greifen uns den Leihwagen und ab zum Hotel. Das hatte ich gebucht, weil mir nicht klar war, wie leicht man eine Unterkunft findet. Mach ich nicht wieder, nächstes Mal B&B auf 'gut Glück'. In einer fremden Stadt, in der Dunkelheit, Lenkrad auf der falschen Seite, quer durch Dublins Innenstadt zum Hotel war nicht einfach, aber man gewöhnt sich schnell an den Linksverkehr. Das Nachtleben von Dublin ist laut und voller junger Leute, immerhin ist es Samstag. Aber wir wollen früh weg, deshalb nur bis Mitternacht.

Kilkenny Castle Eingangstor Kilkenny Castle Innenhof6. September: Raus aus der Stadt. Gar nicht so einfach, trotz Karte und Hinweisen von (nebenbei gesagt, sehr hilfsbereiten und geduldigen) Leuten. Mein Ziel ist die Dingle-Halbinsel, d.h. quer durch Irland fahren, zunächst auf die N7 (National Road 7), dann auf die N9, dann N10 nach Kilkenny, das die schönste Stadt Irlands sein soll (sie ist allerliebst, ja). Unterkunft gesucht, und ab in die Stadt. Wir haben vor lauter Aufregung vergessen, Fotos zu machen. Nun... nicht ganz, hier ist das Schloß von Kilkenny.

Jerpoint Abbey Wappen Jerpoint Abbey Wappen rekonstruiert7. September: Historisch interessiert? Ich (auch?) nicht. In Irland allerdings begegnet man der Geschichte an jeder Ecke. Wir haben an diesem Tag die Jerpoint Abbey (Abtei) besucht. Was für eine grandiose Ruine; in Irland gibt es Millionen(!) Ruinen, und diese ist eine von denen, die in Reiseführern erwähnt werden. Mein Sohn ist Geschichtsstudent, und deshalb habe ich dort mehr über (irische) Abteien gelernt, als ich je wissen wollte. Aber, ganz ehrlich, sobald man vor bzw. in einem solchen Überbleibsel der (irischen) Kultur steht, ist man überwältigt von der lebendigen, wenn auch auch oft ziemlich verfallenen Geschichte Irlands.

High Cross (Hochkreuz) South Cross (Südkreuz) beide HochkreuzeAm selben Tag sind wir noch weitergefahren nach Ahenny. Ausschilderung miserabel. Es gibt genau zwei Schilder: Das erste befindet sich hunderte(!) von Kilometern entfernt und das zweite 20 Meter daneben. Man muß sich dran gewöhnen, denn es scheint überall im Land so zu sein. In Ahenny stehen zwei berühmte sogenannte Hochkreuze (High Crosses). Wenn Du das rechte Bild vergrößerst, wird klar, warum sie so heißen...

Rock of Cashel St. Patrick's Cross8. September: Wir sind gerade in der Nähe, also: Rock of Cashel. Sicherlich eines der bekanntesten historischen Monumente Irlands. Dort steht auch, aus Konservierungsgründen drinnen, das St. Patrick's Cross. Unglücklicherweise ist nicht mehr viel davon übrig. Mal abgesehen davon, daß es eh zerbrochen ist, hat das Wetter seinen Teil zur Zerstörung beigetragen. Eine widerstandsfähigere Kopie steht draußen. Mit diesem Kreuz verbindet sich eine Legende: Wer das Kreuz vollständig umarmen kann, so daß sich die Finger berühren, wird nie wieder Zahnschmerzen haben. Ich werde es ja sehen. Auf dem Rock of Cashel, auch St. Patrick's Rock, steht eine Kirche, eine Kapelle, ein Fluchtturm und ein Wohnhaus, also eine Abtei, wenn auch nicht mehr ganz heil. Man sollte auf jeden Fall eine Führung mitmachen, es lohnt sich.

Eine Bemerkung am Rande. Wenn man sich auf Irland einläßt, wird man mit mehr historischen Details konfrontiert, als ein 'vernünftiger' Mensch wissen will. Und komischerweise ist es hochgradig spannend. (Ich interessiere mich eigentlich nicht für Geschichte.)

Cork Atomfreie ZoneMeinem Sohn wurden Cork empfohlen, also machten wir uns wieder auf den Weg. Kurz vor Cork gerieten wir in einen Verkehrsstau. Als wir genauer darüber nachdachten, stellten wir fest: Cork ist eine Großstadt, wie jede andere, und das wollten wir uns nicht antun. Es dauerte ein Weilchen bis es weiter ging, und bei dieser Gelegenheit machte ich dieses Foto. Wir fuhren weiter Richtung Kerry, genauer fast nach Kenmare.

Blick zum Ring-of-Kerry Ende der Beara-Halbinsel9. September: Wir sind bei einem Englischen Ehepaar untergekommen. Und zwar schräg gegenüber von Kenmare auf der Beara-Halbinsel. Wir können über den Kenmare-River einen Teil des berühmten Ring-of-Kerry sehen. Das ist wunderschöne Küstenstraße, die einmal um die Iveragh-Halbinsel herum führt.

Typischer irischer StauZunächst aber haben wir Beara erkundet, und natürlich haben wir uns verfahren. Ich wurde mißtrauisch, als sich der Pfad in zwei nur wenig ausgefahrene Spuren im Gras verwandelte. Die Straße auf dem rechten Foto mit den Rindern (es sind keine Kühe!) ist laut Karte eine B-Road.

Muckross House von oben10. September: In Killarney gewesen, ist nicht der Rede wert. Muckross House besucht, dort DIE Mütze gefunden, die ich schon immer(!) haben wollte. Dann zurück gefahren - PAUSE gemacht - Postkarten geschrieben - blöd (und müde) aus der Wäsche geschaut.

11. September: Wir sind den Ring-of-Kerry entlang 'getobt'. Sollte man eigentlich nicht machen, aber ich komme ja wieder.

Bienenkorb-Hütten Die Steinfestung in der NäheAm 'Straßenrand' haben wir diese sogenannten Clochans (Bienenkorb-Hütten) gefunden. Sie sind (ohne Mörtel) aus den Steinen gebaut, die dort überall herumliegen. Überhaupt findet man, zumindest im Südwesten wenig Zäune. Stattdessen gibt es dort fast nur (meterhohe) Steinmauern. In der Nähe der Cloghans befindet sich immer eine Steinfestung.

Staigue-Fort von Weitem Staigue-Fort von InnenKurz bevor es im Ring-of-Kerry wieder nach Norden geht, befindet sich eine 3.000 Jahre alte Sehenswürdigkeit, das Staigue-Fort. Diese Festung war zu ihrer Zeit uneinnehmbar. Die Mauern sind über 4 Meter hoch und mehr als 1,5 Meter breit. Auf den Foto ist sehr gut die Treppenstruktur zu erkennen, die innen auf die Mauer führt.

Ich werde unruhig, denn mein Ziel ist immer noch die Dingle-Halbinsel, und genau dorthin fahren wir jetzt.

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