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Vorwort
Einleitung

Sept. 1998

Einleitung

Nach Irland kommen

Nach Irland zu kommen ist einfach, wenn auch teuer. Man hat die Wahl zwischen einem kurzen Flug und einer sehr langen Seereise. Zu empfehlen ist eigentlich nur der Flug, denn es geht hurtig, ist aber teuer, und das eigene Auto bleibt zuhause. Für die Seereise mit der Fähre muß man satte vier Tage (hin und rück) einplanen.

Autofahren

Es erscheint mir notwendig, zuerst das irische Straßensystem zu erklären. Um einen Eindruck von Irlands Straßen zu bekommen, kann man getrost wie folgt vorgehen: Man nehme die Bezeichnungen wie Autobahn (motorway), Bundesstraße (A-Road), Landstraße (B-Road), Straße (national road), Weg (other road), füge die Begriffe Pfad und 'irgendwie begehbar' hinzu. Dann schaut man in die Landkarte und verringert das vorliegende Beschreibung um eine (besser zwei) Qualitätsstufen. Dann liegt man meist richtig, was die Beschaffenheit der Straße betrifft. Irland ist (immer noch) lange nicht so befahren, wie wir es aus der BRD kennen. Der durchschnittliche Ire, so es ihn denn gibt, fährt im allgemeinen zu schnell, zumindest für die Straßenverhältnisse. Auf vielen Straßen, vornehmlich den größeren, existiert eine sogenannte 'slow lane' (Kriechspur), die durch eine gelbe gestrichelte Linie von der Straße getrennt ist. Wenn man sie benutzt um jemandem auszuweichen, so bedankt sich derjenige meist mit seiner Lichthupe.

Im übrigen fand ich das Fahren in Irland, nachdem ich mich erst mal an den Linksverkehr gewöhnt hatte, eine angenehme Sache. Möglicherweise sind Linkshänder (wie ich) leicht im Vorteil. Und vergiß die Hupe, sie wird nicht gebraucht. Ich habe erlebt, wie sich an einer Küstenstraße (an der Küste) zwei Busse dort begegnet sind, wo das nicht hätte vorkommen dürfen. Dort gibt es einen Überhang, und es dauerte eine Stunde, bis die Busse aneinander vorbei waren. Hinter uns hatten sich ca. 150 Autos gestaut, auf der anderen Seite ähnlich viele. Man (wir auch) hat die Zeit genutzt sich (übers Wetter) zu unterhalten. Niemand ist ungeduldig geworden, keiner hat sich aufgeregt.

Unterkunft

An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte zu B&B (Bed and Breakfast) verlieren. Bei uns in Deutschland so gut wie unbekannt (nur als 'Hotel garni'), ist B&B in Irland eine feste Einrichtung. An (wirklich) jeder Ecke findet man Schilder, die auf B&B hinweisen. Selten professionelle Gastronomen, fast alles private Anbieter. Man wohnt im Grunde mit der Familie zusammen. Das hat zur Konsequenz, daß man mit den Menschen in engen Kontakt kommt und mit ihnen über Gott und die Welt (und das Wetter) spricht. Hier lernt man die Lebensweise der Iren wirklich kennen. Probier es aus, es lohnt sich. Ich werde in Irland nie (wieder) ein Hotel nehmen.

Wetter

Ach ja, das Lieblingsthema der Iren... Irland ist nichts für Sonnenhungrige. Es gibt zwar einige (wenige) Strände, aber im Regen am Strand liegen ist nicht jedermanns Sache. Womit ich nicht sagen will, daß es in Irland permanent regnet, es ist nur so, daß man sich auf das Wetter nicht wirklich verlassen kann. Manchmal regnet es alle 10 Minuten (für 5 Minuten!), manchmal den ganzen Tag und dann wieder gar nicht. Man kann sich nur darauf verlassen, daß Irland ein sehr stabiles, recht mildes Klima hat.

Interessanterweise hat mir und meinem Sohn der Regen nicht viel ausgemacht. Nachdem ich meine Mütze hatte schon gar nicht. Der Regen gehört zu Irland wie ein... naja, er gehört halt dazu. Und irgendwo müssen die 'forty shades of green' (die vierzig Grünschattierungen) ja schließlich ihren Ursprung haben. Zusammenfassend kann man sagen: "Sprich über das Wetter, aber kümmere Dich nicht allzu sehr darum."

Die Iren

Wie soll ich die Menschen beschreiben, denen ich in Irland begegnet bin?

Es fällt mir schwer, die Iren (und Zugereisten) zu beschreiben, denen ich begegnet bin. Aber eines kann man jedoch immer hören: Cead míle fáilte!. Du bist immer erst einmal willkommen. Zuerst ein Stück Kuchen und eine Tasse Tee (oder Kaffee, den ich vorziehe), und dann kann darüber sprechen, ob noch ein Zimmer frei ist oder nicht. Wir sind bei jedem B&B immer herzlich in die Familie aufgenommen worden, glaub' es oder laß es.

Meine Sicht

Ich liebe dieses Land so sehr, daß ich dorthin auswandern werde, sobald meine finanziellen Mittel dies gestatten. Meine kurze Anwesenheit in diesem Land hat mir so viel gegeben, daß ich mich außer Stande sehe, dies zurück zu geben. Ich bin gefangen von diesem Land. Ich war schon gefangen als ich sechs Jahre alt war, nur damals wußte ich es noch nicht. Ich war auf einer Kur für Hamburger Schulkinder. Wir haben einmal in der Woche getanzt; unter anderem einen irischen Reel. Diese Musik hat eine Saite in mir berührt, die nie aufgehört hat zu klingen.

Bla Bla

Ich mache mir echte Sorgen um die gälische Sprache und das Irische 'Feeling', das dazu gehört. Ähnlich wie das 'Plattdeutsche', das ich als 'Neu-Finkenwerder' jetzt des öfteren zu hören bekomme, ist das Gälische am aussterben. Im Blasket-Center hab ich den einheimischen Verkäufer im Buchladen (auf Gälisch) gefragt: "Cé mhéad a chosnaíonn an leabhar" Und er hat spontan geantwortet: "4.75 IR£" (gälisch, versteht sich). Dann erst wurde ihm bewußt, daß ich kein Ire sein kann. Immerhin hatte ich meine Mütze auf; daran erkennt man Touristen, lol.

Ich werde mit Sicherheit nach Irland auswandern. Nee, noch nicht, aber wenn ich groß bin. Ich werde mir dann eine kleine Hütte zulegen (wie die auf der Startseite) und dort meinen Lebensabend verbringen.

Was sollte man noch wissen?

Irland ist ziemlich teuer, zumindest für deutsche Verhältnisse. Vielleicht hilft es, Irland zu lieben. Hey, ich liebe dieses Land mit all seinen Stärken und Schächen. Ich liebe die Musik und die Menschen dort. In Kuba Urlaub zu machen ist nicht unbedingt billiger. Ich sollte es wissen, denn ich habe meine Frau und meinen jüngsten Sohn dort hingeschickt. Tja, ich erfülle mir meinen Traum und sie sich den ihren.

Komm nach Irland und gib dort jede Menge Geld aus, es lohnt sich!

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